Besuch des EBuEF an der TU Berlin

von Konstantin Wnuck

 

Eisenbahnbetrieb zum „Anfassen“

Am 25.7. hatten 8 Parkeisenbahner die Möglichkeit das Eisenbahn-Betriebs- und Experimentierfeld der TU Berlin zu besuchen. Das EBuEF ermöglicht es, komplexe Vorgänge des Schienenverkehrs und Bahnbetriebs praxisnah und bergreifbar zu vermitteln. Zentrale Bestandteile im EBuEF stellen die echten Stellwerke und das zentrale Betriebsfeld dar.

Wann immer ein Zug in einen Bahnhof ein- oder ausfährt, das Gleis wechselt, durch ein rotes Signal zum Bremsen gezwungen wird oder einfach nur geradeaus fährt, wird dies durch ein Stellwerk geregelt. Der Fahrgast bekommt davon kaum etwas mit. Jeder kennt wohl die Stellwerksgebäude, die sich meist in der Nähe der Bahnhöfe in Gleisnähe befinden. Einige wurden vor Jahren aufgegeben, andere sind bis heute in Betrieb. Um die Eisenbahnlehre an der Technischen Universität (TU) Berlin zu verbessern, wurde 1963 ein sogenanntes Lehrstellwerk errichtet. Das Eisenbahn-Betriebs- und Experimentierfeld, kurz EBuEF.

Das Gleisfeld an der TU sieht auf den ersten Blick aus wie eine große Modelleisenbahnanlage der Baugröße H0. Mit Märklin-Romantik hat das EBuEF aber nichts zu tun. Die Anlage dient dem Ziel, Studenten die grundlegenden Funktionen des Eisenbahnbetriebs näherzubringen.

Teile der Gleisinfrastruktur – und vor allem das Herz der Anlage, die Stellwerktechnik – sind bis heute aktuell und in Betrieb. Für den ungeübten Besucher ein Blick wie in ein Museum. Tatsächlich sehen einige der Stellwerksanlagen so aus, als entstammten sie dem 19. Jahrhundert Für unsere Parkeisenbahner ein gewohnter Anblick, denn Teile der Stellwerkstechnik sind heute noch bei der Parkeisenbahn in Betrieb.

Die von Hand zu bedienende mechanische Stellwerke wurden zwar schon um 1870 gebaut, sind aber bis heute noch in großer Zahl im Einsatz. In der Reihenfolge ihrer Entwicklung stehen im zentralen Raum des EBuEF die verschiedenen Stellwerkstypen nebeneinander. Nach den mechanischen gab es elektromechanische und Relaisstellwerke. Heute sind die Stellwerke meist elektronisch. Konnte früher nur ein Bahnhof oder ein kurzer Streckenabschnitt von wenigen Kilometern Länge kontrolliert und bedient werden, verfügen die heutigen großen Betriebszentralen mit elektronischen Stellwerken über Reichweiten von teils mehreren Hundert Kilometern.

Die Parkeisenbahner durften an den verschiedenen Betriebsstellen die Zugfolge regeln und die Prozesse zur sicheren Umsetzung eines Fahrplans eigenständig durchführen. Wie im realen Eisenbahnbetrieb wurden Züge gemeldet und Zugmeldebücher geführt. Die Abhängigkeiten und Verfahren der Stellwerkstechnik durften die jungen Parkeisenbahner an den verschiedenen Stellwerken erproben, u.a. an einer Mechanischen Blockstelle, am Mechanischen Fahrdienstleiter- und Wärterstellwerk, am Elektromechanischen Stellwerk, am EZMG-Stellwerk, am Gleisbildstellwerk und am elektronischen Stellwerk, bedient aus der Betriebsleit- und Steuerungszentrale.

Ohne Fahrgäste und Material zu gefährden konnten unsere Nachwuchseisenbahner so alle Prozesse im Mehrzugbetrieb ausprobieren und ihre Fähigkeiten erproben. Dass Züge zusammenstießen, kam bei unseren kleinen Profis aber nicht vor. Wie in der Realität verfügen die Stellwerke im Betriebsfeld über ein hohes Sicherheitslevel, das Fehlerquellen minimiert und die Gleisfreimeldeanlagen verhindern Zugeinfahrten in besetzte Streckenabschnitte.

Der Besuch des EBuEF war nicht nur Ausflug und Exkursion, sondern sogar eine Schulungsveranstaltung für die kommenden Fahrdienstleiter bei der Parkeisenbahn. Im Gegenzug luden wir die Mitarbeiter und Studenten des EBuEF in die Wuhlheide ein, denn über eine besondere Stellwerkstechnik verfügt das EBuEF nicht: ein mechanisches Schlüsselwerk. Das ist bis heute im Einsatz und im Stellwerk Bw der Parkeisenbahn Wuhlheide zu bewundern.

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